Logo
Aus dem Züritipp
Originaltext aus dem Züritipp vom 27.02.05

Altes Team, neue Bleibe

Der Eglihof im Kreis 4 hat neue Pächter. Man kennt sie von früher - sie bewirteten bis Ende 2001 den Adlisberg. Kein Wunder, dass dies hohe Erwartungen weckt.

Von Daniel Böniger

 

Über drei Jahre ist es her, dass Bruno Gertiser, Madeleine und Eveline Maeder das Restaurant Adlisberg verlassen haben. In der Zwischenzeit haben alle auf ihren angestammten Berufen gearbeitet, eine Auszeit im Piemont genommen. Und, ganz selbstredend, ein neues Lokal gesucht, das ihren Vorstellungen entsprechen könnte. Die damalige Stammkundschaft wird es freuen, dass das Gastroteam nun endlich eine Bleibe gefunden hat: Die drei bewirten seit kurzem den Eglihof.

Wer die Lokalität nahe des Hardplatzes von früher kennt, ist überrascht: Aus dem dunklen Loch - dieses Wort war vor dem Wirtewechsel leider gerechtfertigt - ist ein helles, einladendes Restaurant geworden. «Wir haben die Decke herausgenommen, die Vorhänge entsorgt, die Wände in sonnigem Gelb gestrichen», gibt Eveline Maeder Auskunft. Ein paar Spiegel, ein Engelsbild, ein Kronleuchter inmitten des Raumes setzen Akzente. So, dass sogar die Stühle und Tische aus dem alten Inventar nicht bieder wirken.

40 GERICHTE FÜR 50 PLÄTZE

Auf der Karte finden die Gäste - bei unserem Besuch fast alles bekannte Gesichter aus der «Adlisberg-Zeit» - italienische und schweizerische Kost: «Das sind halt unsere Leidenschaften.» Ein empfehlenswertes Pulpo-Carpaccio ist dabei, ein Cordon Bleu, Topinambur-Suppe, Ossobuco - das meiste zu vernünftigen Preisen. Im ganzen sind es beinahe 40 Gerichte, Desserts inklusive. Nicht zu viel für ein 50-plätziges Lokal? Bedenkt man, dass frische Zutaten erwünscht sind? «Das haben wir auch diskutiert - unser Koch Fredi Bresch meinte aber, das ginge. Falls nicht, machen wir halt wieder eine kleinere Karte», sagt Wirtin Maeder.

Die Weine sind ausschliesslich aus Europa. Leider vermochte der Momenti 2001, eine piemontesische Barbera-Nebbiolo-Mischung für 67 Franken, unseren Geschmack nicht zu treffen. Der Tropfen war zu eindimensional und verleidete uns nach einem Glas. Es bleibt jedoch der einzige Kritikpunkt bei unserem Besuch.

Die neue Belegschaft des Eglihofs wird sich einspielen. Auch die Quartierbevölkerung miteinbeziehen. Das Angebot noch zusätzlich mit Besonderheiten versehen: Geplant sind eine spezielle Schnapskarte mit Schweizer Bränden, ein Osterbrunch mit Kaviar und Wodka, ausserdem Sushi und Sashimi jeweils am ersten Freitag des Monats. Wer sich ins Gästebuch einträgt, wird regelmässig über die zahlreichen Neuerungen informiert. Grosse Erwartungen werden da geweckt - wir hoffen und denken, dass Eveline, Bruno und Madeleine sie zu erfüllen vermögen.

[Text vom 27.02.2005]